Was ist Critical Mass?

Critical Mass (dt. kritische Masse) bezeichnet eine seit Anfang der 1990er Jahre weltweit auftretende Bewegung, die jeden letzten Freitag eines Monats zehntausende Radfahrer/innen in diversen Städten zu einer gemeinsamen Radtour zusammenführt. Sie ist ein ‚organisierter Zufall’, ein bunter Haufen von interessierten/engagierten Fahrradfahrern/Innen die zusammen in freundlicher und entspannter Atmosphäre eine gemeinsame Tour durch die Stadt fahren.
Die Idee der Gruppe, sich den Platz auf der Straße nehmen, der Fahrradfahrern/Innen im alltäglichen Verkehr durch jahrelange verfehlte Verkehrs- und Stadtplanung und rücksichtslose Autofahrer verweigert wird, um für mehr Verständnis, Akzeptanz und Aufmerksamkeit für Radfahrer/innen im Straßenverkehr zu werben. Ein Radfahrer fällt kaum auf. Einhundert Radfahrer/innen dagegen schon, und gemeinsam zeigen sie, dass Radfahrende im Verkehr zur Normalität gehören und nicht als ‚Verkehrshindernis’ an den Straßenrand gekehrt werden wollen.
Die Gruppe macht sich dabei den § 27 Abs. 1 der StVO zunutze, nachdem in Deutschland mehr als 15 Radfahrer einen geschlossenen Verband bilden und zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren dürfen. Benutzungspflichtige Radwege müssen als Verband nicht befahren werden. Es ist dabei nicht das Ziel einer Critical Mass, den motorisierten Straßenverkehr zu blockieren - dafür sorgt dieser tagtäglich selbst - vielmehr wollen die Teilnehmer aufgrund ihrer Masse als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden und ein Signal setzen, um ihr Recht (Gleichberechtigung) auf Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums Straße/Fahrbahn zu fahren einzufordern.
Aus Liebe zur Mass, Freude am Radeln und die gelungene Tour heben die Teilnehmer einer Critical Mass am Ende der Tour traditionell ihre Fahrräder kopfüber in die Höhe, dem sog. Bike Up.

Die Idee der Critical Mass entstand bereits 1992 in San Francisco (ab 1997 in Berlin) und hat sich mittlerweile zu einer globalen Bewegung mit Fahrten in weit mehr als 800 Städten entwickelt. Das Ziel ist dabei immer noch das gleiche:
Für mehr Akzeptanz der Fahrradfahrer/innen im Straßenverkehr, genügend Raum und Achtsamkeit sowie respektvolleren und bewussteren Umgang zwischen allen Verkehrsteilnehmer/innen werben.
Ab 2015 findet sich auch in Bückeburg eine Critcal Mass. Die erste in Schaumburg.


Förderung Radverkehr

Eine effektive Förderung eines sicheren und komfortablen Radverkehrsnetzes mit Abstellanlagen und weiteren Angeboten für den Radverkehr sind wesentlicher Beitrag für die Bewegungs- und Lebensqualität einer Stadt. Es gibt viele Gründe sich für eine Stärkung des Radverkehrs als wesentlicher Bestandteil der Mobilitätskette zu engagieren:

  • Klima- und umweltbewusstes Verkehrsmittel
    (reduzierter Ressourcenverbrauch, reduzierte Schadstoff- und Lärmbelästigung),
  • Kostengünstiges Verkehrsmittel
    (tendenziell steigende Spritpreise, geringe Wartungskosten für Nutzer, kostengünstige Infrastruktur für Straßenbaulastträger),
  • Innerstädtisch kaum Zeitverlust zu anderen Verkehrsmittel
    (aufgrund der geringen Größe/Entfernung kann innerhalb von 10 bis 20 Minuten nahezu jeder Ortsteil mit dem Fahrrad erreicht werden, d.h. das Fahrrad ist durchaus eine Alternative zum Pkw, um die Grundversorgung sicher zu stellen),
  • Verringerung Parkplatzbedarf
    (dadurch auch weniger Parkplatzsuchverkehr),
  • Verringerung Kfz-Verkehr = Verkehrsberuhigung = Verkehrssicherheit,
  • regionaler Wirtschaftsfaktor,
  • Nahmobilität für alle
    (Kinder/Jugendliche, Schüler, Auszubildende, Studierende, Betagte [demografische Wandel], Migranten = steigende Bevölkerungsanteil ohne eigenes Kfz),
  • Freizeit / Naherholung,
  • Förderung von Bewegung und Gesundheit,
  • verbesserte Aufenthalts-/ Lebensqualität im innerstädtischen Raum
    (insbesondere kinder-/familien- und seniorenfreundliche Lebensräume)

Mit einer regelmäßigen Radtour quer durch und um die Stadt, will die Critical Mass Bückeburg zeigen, dass es neben Kfz ein Verkehrsmittel gibt, dass bisher noch immer unzureichend berücksichtigt wird: das Fahrrad.

Städte in Bewegung - die Transformation der Straße

Film Städte Eine neue, bewegungsaktivierende Infrastruktur lässt eine vielfältige urbane Verkehrsnutzung zu und bietet Anreize für nachhaltige und gesunde Nahmobilität. Wie diese neue Basismobilität der Zukunft - mit Fußverkehr und dem Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel Nr. 1 - aussehen könnte, zeigt in sehr überzeugender Weise ein Film der AGFS NRW.


Wer organisiert Critical Mass?

Niemand. Critical Mass organisiert sich von selbst.
Es handelt sich daher nicht um einen politischen Protest oder eine politische Forderung im klassischen Sinne bzw. genehmigungspflichtige Demonstration, sondern um eine Gruppe von Radfahrer/innen, die gemeinsam durch die Stadt fahren und damit temporär eine Alternative/Vision zelebrieren. Daher gibt es weder eine/n Veranstalter/in noch eine/n Ansprechpartner/in für die Behörden.

Solch eine Veranstaltung wie die Critical Mass lebt natürlich vom Engagement der Teilnehmer. Alle Interessierten sind daher eingeladen, sich aktiv an den Touren zu beteiligen, zu gestalten und sie weiter bekannt zu machen.

Hier kannst du das aktuelle
     A4-Plakat  bzw.
    A6-Handzettel (4 St auf A4)
mit Terminen für 2017 downloaden und an Interessierte verteilen.



Das Motto der Critical Mass:

'Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr !'

 

Critical Mass Bückeburg     Druckdokument Druckversion (pdf)

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